Wein aus dem Latium

BEW-trifft Katharina und Anton F. Börner vom Weingut Ômina Romana, Latium – Italien 

Anton F. Börner, ein Mann mit hohem Anspruch an sich selbst und seine Umwelt, mit sehr viel Begeisterung und Enthusiasmus. Zwischenzeitlich hat Tochter Katharina die Geschäftsführung des Weingutes übernommen.
Anton F. Börner, ein Mann mit hohem Anspruch an sich selbst und seine Umwelt, mit sehr viel Begeisterung und Enthusiasmus. Zwischenzeitlich hat Tochter Katharina die Geschäftsführung des Weingutes übernommen.

Der Weinatlas von Hugh Johnson und Jancis Robinson schreibt vom Treibhaus der Weinambitionen – im Oxford Weinlexikon steht gar, dass das Latium eine bedeutende Erzeugung an DOC-Rotweinen nicht vorweisen kann und sich die bedeutende Weinindustrie im Rückgang befindet. Einzig André Dominé widmet in seinem Werk Wein dem Latium zwei Seiten und erinnert unter anderem daran, dass die Ewige Stadt bedeutende Rebflächen besitzt und vielen Weintrinkern noch durch den Frascati in Erinnerung ist. 


Ach ja und nicht zu vergessen Est!Est!Est! di Montefiasconi – ein Wein, der aus den Rebsorten Malvasia und Trebbiano vinifiziert wird. Dieser seltsam klingende Name ist mit  einer Anekdote erklärt und ein deutscher Bischof spielt hier die Hauptrolle. Nun mag man denken, dass es sich hier nicht wirklich lohnt, Qualitätsweine zu produzieren. Denn gerade Frascati & Co. füllen die Supermarktregale im Niedrigpreissegment.

 

Weit gefehlt! Ich folge einer Einladung des Unternehmers Anton F. Börner in das Weingut Ômina Romana. Gemeinsam mit 7 weiteren Sommeliers dürfen wir uns von der außergewöhnlichen Qualität seiner Premium-Weine überzeugen.  Anton Börner, seine italienische Gattin und die Familie hegten lange den Wunsch, irgendwann einmal etwas in Landwirtschaft zu tun. Ein Prozess, der sich im Grunde schon über 3 Generationen zog.  Sein Urgroßvater musste 1917 seinen landwirtschaftlichen Betrieb verkaufen, weil seine 3 Söhne im Krieg gefallen waren und die Tochter zu jung war.

Anton F. Börners CREDO: Wo Ômina Romana  drauf steht ist auch 100% Ômina Romana drin!
Anton F. Börners CREDO: Wo Ômina Romana drauf steht ist auch 100% Ômina Romana drin!

Börner stellte sich immer wieder die Frage, in welchem Bereich er investieren sollte?

Denn als Unternehmer in der Landwirtschaft  im Allgemeinen ist man immer austauschbar und bewegt sich fast immer im Bereich der „Commodity-Produkte“. Das heißt, man landet immer in einen großen Topf.  Was ihn aber noch mehr stört, dass man immer bei der Politik in Brüssel landet. Das heißt in Brüssel wird entschieden, was man darf und nicht darf und welcher Preis erzielt werden darf oder auch nicht. Das ist für einen Unternehmer viel Stress und ärgert ihn.

 

So entscheidet er sich für Wein, denn hier kann er vieles selber machen.  Vom Markennamen bis zur Kreativität in einem Produkt – da kann er sich wieder finden. Dazu hat er die Preissetzungshoheit und ein globalisierungsfähiges Produkt. Beispielsweise kann er mit  einer Flasche im Rucksack nach Peking reisen, aus dem Flieger steigen und sie verkaufen.

 

1992 , in der Zeit nach dem Mauerfall gibt es großen Stress in der Europäischen Währungsschlange. Das Ergebnis, die Lira stürzt ab. In dieser Zeit werden ihm einige Weingüter zum Kauf angeboten. so zum Beispiel im Barolo und Barbaresco. Nur gibt es einen Nachteil – die Rebflächen sind zu klein.

Dazu kommt, dass seine Kinder noch klein sind. Italien ist ein Land, welches die Tuchfühlung zum Patrone braucht und ständige Anwesenheit ist ihm damals nicht möglich.

 

2004 war dann öffnet sich das sogenannte „window of opportunity“ – zwei seiner Kinder kommen ins Unternehmen.  Börner sagt sich „Wenn – dann jetzt!“ Denn er ist 50 Jahre alt und kann noch was Neues anfangen. Börner liebt die Herausforderung und entscheidet sich für das eher unbekannte Weinbaugebiet Latium. Und eines ist klar: er baut weder Frascati, noch Trebbiano oder Malvasia an. Wenn dann international bekannte Rebsorten.

Im Latium findet er Rebflächen, die ihn interessieren. Rebflächen, die nicht durch andere Besitzer geteilt sind, sondern eine Fläche bieten. Börner ist ein Controller und Wirtschaftsmagnat. So wie er die Produktionsabläufe in seiner eigenen Unternehmensgruppe aufgebaut hat, so kreiert er auch bei Ômina Romana klare Arbeitsprozesse. Er baut im Weingut ein typisches Kunden-Lieferanten-Verhältnis auf – der Kunde des Feldes ist der Önologe, der Kellermeister. Dieser kauft die Trauben vom Feld. Und sagt seinem Lieferanten, was er will. Was, wie viel und wann – und das geht relativ leicht, weil dieser Vinifizierungsprozess gut standardisierbar ist.

 

Der Kellermeister sagt, ich brauche um 7h das, um 11 h das und um 13 h das Traubenmaterial. Und es wird just-in-time geliefert. Dadurch gibt es keinen Stau – denn wenn ein  Stau generiert würde, stünden die Trauben irgendwann in der Sonne. Bei diesen Temperaturen, die auch im September noch locker 32 Grad bekommen, fangen sie vorher an zu gären. Sie unterliegen einem schnellen Fermentationsprozess. Das Weingut nach dem Prinzip der kurzen Wege gebaut und die Trauben sind schnell in der Kelter.

 

Anton F. Börner, ein Mann mit hohem Anspruch an sich selbst und seine Umwelt – mit sehr viel Begeisterung und Enthusiasmus – nichts dem Zufall überlassend! Zwischenzeitlich hat Tochter Katharina die Geschäftsführung des Weingutes übernommen. Und gerne präsentieren beide mit Stolz die Ergebnisse gemeinschaftlichen Handelns.

 

Börners CREDO: Wo Ômina Romana  drauf steht ist auch 100% Ômina Romana drin!

 

Nach einem ausführlichen Tasting kann ich das nur unterstreichen. Vielen Dank für dieses wunderbare und einzigartige Erlebnis – ich komme gerne wieder...

 

Nähere Informationen erhalten Sie hier:  www.ominaromana.com